BOSE Video Wave - System

"Eine neue Definition von Home Entertainment". Nicht weniger als das war Boses Anspruch bei der Entwicklung des VideoWave-Systems. Erstmals begab sich die Ingenieure aus Boston dabei auf das dünne Eis der Display - Integration, doch noch nie wurden Bild und Ton so überzeugend vereint.

Das ganzheitliche, neue Verständnis von Home Entertainment, das Bose mit VideoWave präsentiert, ist das Geheimnis dieser Neuentwicklung. Wer das System im Einsatz erlebt merkt, dass
Bose hier wirklich nachgedacht hat. Mit VideoWave will Bose nicht den besten Fernseher der Welt bauen, sondern dort glänzen, wo die großen TV - Hersteller bislang versagt haben:
beste Klang- und Bildqualität mit einfacher Bedienung und hoher Produktwertigkeit zu vereinen.Video - Wave sei kein TV, sondern ein ausgeklügeltes Home Entertainment System,
betont Hersteller Bose vehement.

 

Weniger darf mehr sein.

Bose weiß, wie man mit möglichst wenigen sichtbaren Lautsprecher einen möglichst gewaltigen Sound erzeugt. Dieses Standbein der Erfolgsstory begann mit dem Siegeszug von Mikrosatelliten /
Subwoofer - Systemen und brachte die beliebten 3-2-1 Systeme herovr, die Surround - Gefühle weckten, wo keine Lautsprecher sind. Mit den WaveRadios bewies Bose, dass auch kleine Geräte
erstaunlich voluminös klingen können. Und diese Wave - Technologie entwickelten die Ingenieure konsequent weiter, so dass jetzt auf ihr der phänomenale Klang des Video Wave - Systems basiert, der ganz und gar ohne klassische Lautsprecherboxen erzeugt wird. Ein weiterer ausschlaggebender Faktor für Boses Erfolg ist ein intelligents Bedienkonzept namens Unify, das allumfassend für das gesamte Entertainment - Equipment funktioniert. Hier ist das Bose der entscheidende Clou gelungen. Die neue Systemsteuerung namens ClickPad würde identifizieren, doch was hinter dem handlichen Sender steckt, ist eine enorme Entwicklungsleistung. Das Ziel der Erfindung war es, dass der Benutzer seine Anlage steuert, ohne jemals den Blick vom Display abwenden zu müssen. Was logisch und einfach erscheint, funktioniert normalerweise nicht. Da hat man mehrere Fernbedienungen, die man abwechselnd in die Hand nehmen muss und deren entscheidende Tasten man erst nach einer langen Lernphase ohne Hinsehen findet. Und lernfähige Fernbedienungen besitzen so viele Drücker, dass man den richtigen nur selten im Dunkeln findet. ClickPad besitzt nur die nötigsten Funktionselemente, und die sind rasch erlernt. Bose kleiner Trick mit der großen Wirkung ist, dass sich um das kleine zentrale Steuerkreuz ein
Sensorfeld befindet.

 

Berührt man dieses Sensorfeld, verkleinert sich das TV - Bild und am Bildrand werden 36 Felder gezeigt, die 36 Funktionen entsprechen. Diese Steueroptionen hängen wiederum vom gerade laufenden Quellgerät ab. Extrem schnell lernt man, das System zu bedienen, ohne auch nur einmal auf die Fernbedienung schauen zu müssen. Da sie über Funkwellen funktioniert muss man sie nicht einmal in die Richtung des Displays oder Steuermodul halten. Das Bedienkonzept ist genial, klappt aber nur, weil Bose die volle Kontrolle übernimmt. Video Wave kann seine Zuspielgeräte erkennen und über Infrarotsignale steuern. Andersherum schickt die Station auf Wunsch auch Infrarotdaten an lernfähige Universalfernbedienungen, um selbst gesteuert werden zu können. Wird ein Gerät an eine der vier HDMI - Buchsen angeschlossen, wird es automatisch erkannt; das Einrichten analogen Quellen geht ebenfalls einfach vonstatten. Der Nutzer wird ausführlich und gut verständlich am Bildschirm durch jeden Punkt des Anschließens und Einrichtens geführt. Auch ein weiteres wichtiges Setup - Feature wird bei seiner Durchführung detailliert erläutert. Bei der Erstinstallation wird es automatisch aufgerufen; ändert sich die Akustik im Wohnzimmer, soll nachjustiert werden. Die Rede ist von ADAPTiQ, Boses Einmess - Automatik. Durch sie wird
der Klang des Video Wave - Systems an die Raumverhältnisse angepasst. Das ist extrem wichtig, da Reflexionen an den Wänden aktiv in die Klangerzeugung einbezogen werden und dies nur klappt, wenn Phasen und Pegel richtig kontrolliert werden können.

 

Die Integration muss stimmen.

Die Basistation besitzt neben digitalen und analogen AV - Quellen auch einen anschluss für einen mitgelieferten iPod - Dock (für iPod classic, toch G1 und G2, nano G3, G4 und G5 und iPod mit Video.) Dort wird der Medienspender nicht nur geladen, sondern auch digital angezapft. Navigation und Informationsanzeige erfolgen über das Video Wave - Display. Ein Tuner für Kabel-, DVB-T oder Sat- Empfang fehlt allerdings. Entgegen dem Trend der TV - Industrie, immer mehr Empfangsvarianten zu integrieren, verlässt sich Bose auf die richtige Auswahl einer Set-Top-Box.     Global gesehen, ist das die richtige Entscheidung, zumal der Nachteil der Tuner - Auslagerung, eine zweite Fernbedinung, durch den Unify - Gedanken wegfällt. Auch für die Integration in ein Bose-Multi-Room-System haben die Entwickler den passenden Anschluss vorgesehen. Bei der Verarbeitungsqualität des Video Wave - Systems hat Bose nicht gespart. Das schwere Metallgehäuse in sauberem Finish sieht sehr hochwertig aus und fasst sich gut an. Wer in letzter Zeit einmal ein 117-cm-Display (46 Zoll) angehoben hat, wird sich wundern, dass Video Wave mit insgesamt 50kg fast das Dreifache wiegt. Erlebt man das System in Aktion, wird klar, warum.


Der Entertainment - Faktor

Die sechs Basslautsprecher erzeugen verblüffenden Pegel bis in tiefe Frequenzgefilde hinunter. Dabei scheint nichts zu resonieren, zu klappern, ja auch nur zu vibrieren. Das klanbild ist nach erfolgreicher Einmessung nicht abstimmbar, wirkt jedoch enorm vollmündig und satt. Dialoge tönen ehrlich, äußerst klar und werden nicht durch Effekte zerdrückt. Die wahrgenommene räumliche Breite der Schallereignisse ist fantastisch, bedenkt man, dass allein das Display diese Klangbühnene erzeugt. In unserem gedämpften Hörraum war die Frontpartie sehr schön mit Klangereignissen gefüllt, die Surround - Füllung schien fast zu diffus im Raum zu stehen. Selbst bei Musik, für die man das Display deaktiviert darf, macht Video Wave viel Spaß. Zwar muss man einräumen, dass unsere Referenz-Standboxen deutlich homogener und präziser aufspielen, aber es geht bei Bose darum, im Wohnzimmer eben keine riesigen Klötze stehen und dicke Kabel liegen zu haben. Die größte Überraschung des Tests war die Analyse der Bildqualität. Display - Technologie ist für Bose Neuland, doch man hat das richtige Panel ausgewählt und beschickt es erstaunlich professionell. LEDs setzt Bose zur Hinterleuchtung nicht ein. Wer aber überbunte, native Panel-Farben erwartet hat, freut sich über den natürlichen Bildeindruck. Der Farbraum ist ab Werk sehr gut vorjustiert, Farbtemperatur und Gamma kann man anpassen, wenn man die Anleitung liest und weiß, wie man das betreffende Menü aufruft. Bei der täglichen Bedienung genügt das Umschalten zwischen den Voreinstellungen "Tag" und "Abend". Der Kontrast des guten Panels ist extrem, der Detailreichtum der Wiedergabe hoch, ohne zu überschärfen. Nicht so gut ist die Bewegungsdarstellung gelungen: Hier kann das geschulte Auge je nach Quellmaterial Ruckler und Artefakte der 100-Hz-Zwischenbildberechnung ausmachen. Insgesamt ist der Bildeindruck jedoch überzeugend.